| Spielregeln |
 |
Wenn
Menschen wie im Rausch hinter einer schwimmenden gelben Kugel hinterher hechten,
es spritzt und platscht, wenn Leute sich wirre Dinge um die Ohren brüllen,
es schäumt und kocht, wenn Zuschauer nervös rumhüpfen, vor Begeisterung
sich völlig vergessen und nichtsahnende Passanten gar kopfschüttelnd
von vorsätzlicher Körperverletzung sprechen, tja, dann befinden wir
uns in einem Schwimmbad und es läuft gerade ein Wasserballspiel. |
|
Auf
dieser Seite findest du die wichtigsten Regeln dieser Sportart. Sie sind für
Menschen aufgeschrieben, die Wasserball wenig, nicht oder noch nicht kennen. Weil
ein normales Regelheft (Experten sprechen von der "W.B." = Wettkampfbestimmung)
viel zu trocken ist, gibt es hier etwas flockigere Prosa.
Echte Profis klicken
sich schnell zur FINA durch und finden dort die offizielle und stets aktuelle
Regelversion. |
|
 |
Link
zu den offiziellen Spielregeln der FINA (Weltschwimmverband - engl.) |
 | Die
Spielregeln der Hamburger Mini-Liga (Wasserball für Kinder) |
 |
Die
wichtigsten Regeländerungen von 2005 |
 | Die
Druckversion dieser Seite zum downloaden.
(.pdf / 126kB) |
|
|
|
| Die
wilde Dreizehn |
Wasserball
wird in Schwimmbecken oder anderen Gewässern gespielt, die mindestens 1,80
Meter tief sind. Das Originalspielfeld ist 20m · 30m groß,
bei den Frauen 5m kürzer. In vielen Fällen wird aber davon abgewichen,
weil die Becken in Schwimmhallen oft kleiner sind. Kinder und Masters, das sind
ältere Spieler, spielen ohnehin auf kleineren Feldern. An den Querseiten
eines Beckens befinden sich drei Meter breite und 90cm hohe Tore, die im
Wasser schwimmen. An den Längsseiten sind einige Linien mit bunten
Fähnchen, Kacheln, Hütchen oder umgedrehten Mülleimern abgesteckt,
die man sich quer über das Becken vorstellen muss. Eine Linie ist in der
Mitte des Feldes und zwei jeweils zwei Meter und
fünf Meter von jedem Tor entfernt. | | Das
Spielfeld. Anklicken zum Vergrößern. |
| Was
die Linien für das Wasserballspiel bedeuten, folgt später. Jede Mannschaft
hat dreizehn Spieler oder Spielerinnen. Sechs davon schwimmen im Feld und eine(r)
im Tor. Die restlichen sechs sitzen am Beckenrand und warten auf ihre Einwechslung. Die
Mannschaften werden durch die Kappen unterschieden, die die Spieler auf
dem Kopf tragen. Jede Mannschaft hat eine eigene Kappenfarbe. Die Kappen tragen
die Nummern 2 bis 15. Die Torwarte tragen immer rote Kappen mit der Nummer 1.
Die 13 ist Ersatztorwart. |
|
|
|
| Männer
und Frauen in weiß |
 | Jetzt
kann es eigentlich losgehen, es fehlen nur noch die beiden Schiedsrichter,
die an der Längsseite am Beckenrand hin- und herlaufen und das Spiel genau
beobachten. | Die
Schiris sind stets weiß oder anders, aber einheitlich gekleidet. In vielen
Spielen der unteren Ligen genügt auch ein Schiri. Der Schiedsrichter ist
der Chef und alle seine Anweisungen müssen befolgt werden. Wenn der Schiri
pfeift, wird das Spiel kurz unterbrochen. Er zeigt mit einem Handzeichen an, wie
das Spiel weitergeht. Dies dauert manchmal weniger als eine Sekunde. |
|
|
|
| Der
Ball |
| Die
gelbe Kugel wiegt etwa 450 Gramm und hat einen Umfang von 70cm und ist fast so
groß wie ein Basketball. Die Bälle mit denen Kinder, Frauen und Masters
spielen sind kleiner. | | Bevor
es jetzt endlich losgeht, kommt noch die Spieldauer: vier mal acht Minuten
reiner Spielzeit dauert ein Wasserballspiel, das bedeutet, dass bei jeder Spielunterbrechung
die Uhr angehalten wird. Dadurch dauert ein richtiges Spiel schon fast eine Stunde.
Die erste und die dritte Viertelpause dauern zwei Minuten. Die mittlere Viertelpause,
an der die Mannschaften die Seiten wechseln, dauert fünf Minuten. Kinder
spielen viel kürzere Zeiten, z.B. vier mal vier oder zwei mal acht Minuten.
|
|
|
|
| Anpfiff! |
 |
Vor
dem Anpfiff stellen sich beide Mannschaften neben ihren Toren an der Seite auf.
Der Schiedsrichter senkt den Arm und pfeift. Dabei wirft er den Ball in die Beckenmitte.
Die Spieler schwimmen wie verrückt auf den Ball zu, denn wer ihn hat, hat
ihn. Das nennt man "anschwimmen". Nun beginnt die wilde,
aufregende und spritzige Jagd nach Bällen und Toren. Damit es flink und fair
zugeht, gibt es festgelegte Regeln. Es geht darum Tor zu schießen, denn
nur die zählen, ohne dabei Fehler zu begehen. |
|
|
|
| Einfache
Fehler |
| Wenn
ein Spieler einen einfachen Fehler macht, pfeift der Schiedsrichter und zeigt
den Fehler mit Handzeichen an. Die andere Mannschaft bekommt an der Stelle an
der der Fehler geschehen ist einen Freiwurf. | Einfache
Fehler sind das
Berühren des Balles mit beiden Händen (außer durch die Torwarte),
das Drücken des Balles unter Wasser,
einen Spieler anzugreifen, der den Ball nicht führt,
den Ball aus dem Spielfeld werfen, zwei Meter vor das gegnerische Tor
schwimmen, ohne den Ball zu führen, absichtliches Spritzen,
nach 30 Sekunden keinen Torwurf ausführen. Diese Regel "Angriffszeit"
oder auch "Zeitvergeudung" gilt nur in den oberen Spielklassen. | Einfache
Fehler kommen ziemlich häufig vor und werden auch gerne mal provoziert, indem
man beispielsweise zu zweit um den Ball kämpft bis man eine Situation herausfordert,
die einen einfachen Fehler für den Gegner darstellt. Dann bekommt man einen
Freiwurf, den man sofort ausführen darf, nur nicht direkt auf das Tor. Das
darf man nur, wenn man weiter als fünf Meter vom Tor entfernt liegt. Das
Spiel um die einfachen Fehler ist und die vielen Pfiffe der Schiris sind ein Grundelement
des Wasserballspiels. | |
|
|
|
| Persönliche
Fehler |
Persönliche
Fehler werden damit bestraft, dass der Spieler der den Fehler begangen hat, zwanzig
Sekunden nicht mehr am Spiel teilnehmen darf und bis zum Ablauf dieser Zeit in
der Ecke außerhalb des Spielfeldes bleiben muss. Die eigene Mannschaft hat
dann einen Feldspieler weniger und die Gefahr ist groß, jetzt ein Tor zu
kassieren.
Persönliche
Fehler sind
dauernd einfache Fehler zu begehen,
einen
einfachen Fehler schwer oder mit zu Vorsatz begehen,
im Fünf-Meter-Raum
mit zwei gehobenen Händen zu blockieren,
einen Spieler, der den
Ball nicht hält, festzuhalten oder zu versenken,
einen Spieler
daran zu hindern, einen Frei- oder Eckwurf auszuführen oder
einen
Spieler daran zu hindern, einen Torwurf auszuführen.
Im letzten Fall gibt
der Schiedsrichter der gegnerischen Mannschaft einen Strafwurf. Dieser
wird von einem Spieler aus fünf Metern Entfernung direkt aufs Tor ausgeführt.
In einem Spiel darf ein Spieler nur drei persönliche Fehler begehen.
Nach dem Dritten darf er nicht mehr mitspielen und ein anderer Spieler kommt für
ihn ins Wasser. Auch Strafwurffehler sind persönliche Fehler.
Für
den Torwart ist außerdem das Drücken des Balles unter Wasser und das
Festhalten am Tor ein Strafwurffehler. |
|
|
|
| Ausschlussfehler |
| Ausschlussfehler
führen dazu, dass ein Spieler gar nicht mehr mitspielen darf und ohne Kappe
auf der Zuschauerbank sitzen muss. | Ausgeschlossen
wird ein Spieler, der drei persönliche Fehler begangen hat
oder beim Einwechseln mit einem anderen Spieler das Spiel behindert. In
diesen Fällen darf ein Ersatzspieler der Mannschaft ins Wasser. |  |
Erstmal
kein Ersatzspieler darf ins Wasser, wenn ein Spieler wegen brutalem
Spiel oder wegen Beleidigungen, wüsten Flüchen oder unsportlichem
Verhalten das Becken verlassen muss. Erst vier Minuten später darf
die Mannschaft einen Ersatzspieler ins Wasser schicken. | | Eine
hohe Strafe vor allem für den Rest der Mannschaft, die in den vier Minuten
ein großes Risiko hat, mehrere Tore zu kassieren. | | Die
Ausschlussfehler mit Ersatzspieler (die so genannte "Rolle") und für
vier Minuten (das "Kreuz") haben für die ausgeschlossenen Spieler
folgen. Die Schiedsrichter schreiben einen Bericht und je nach Lage des Falles
wird der Spieler für mindestens ein Spiel gesperrt. |
|
| Die
Schiedsrichter haben eine ganze Menge Handzeichen, die sich oft von selber erklären.
Gerade für Spiele im Ausland lohnt es sich, diese Zeichen zu kennen - denn
Sprache hilft da vielleicht nicht weiter. |  | Link
zu den Schiedsrichterzeichen bei der FINA (Weltschwimmverband) |
|
|
|
| Noch
was... |
| Wenn
der Torwart der eigenen Mannschaft den Ball bei einem Schuss der Gegner berührt
hat, bekommt die gegnerische Mannschaft einen Eckwurf, der nicht aus der
Ecke, sondern von der Zweimeterlinie am Spielfeldrand ausgeführt wird. Bei
allen anderen Würfen über die eigene Auslinie hinaus, bekommt die eigene
Mannschaft einen Torabwurf. Ausnahme: Ein Verteidiger wirft den Ball absichtlich
ins Aus. | | Wenn
der Ball an die Schwimmhallendecke fliegt oder wenn beide Mannschaften gleichzeitig
einen Freiwurf bekommen oder wenn eine völlig chaotische Situation herrscht,
dann kann der Schiri einen "Schiedsrichterball" geben. Dabei
stellen sich zwei Spieler aus beiden Mannschaften zwei Meter vorm Beckenrand auf
und der Schiri wirft den Ball in die Mitte vor die beiden. Und wer den Ball hat,
hat ihn. | | Jede
Mannschaft darf so oft sie will ihre Leute durch Ersatzspieler austauschen.
Dazu muss ein Spieler aber erst in die Ecke neben dem eigenen Tor geschwommen
sein, bis der neue Spieler ins Spielfeld darf. | | Beide
Mannschaften - oder genauer - die Trainer, haben zweimal in einem Spiel die Möglichkeit,
eine Auszeit zu nehmen. Die Spieler können sich dann eine Minute lang
mit ihrem Trainer beraten und neu Stellung auf dem Spielfeld beziehen. Die Spielzeit
läuft während der Auszeit natürlich nicht weiter. | Die
Trainer dürfen während eines Spieles bis zur Fünf-Meter-Linie
coachen. Extra für die Trainer haben die Schiris zwei Karten in der Hosentasche.
Benimmt sich ein Trainer daneben, kann er mit der gelben
Karte verwarnt werden oder mit der roten Karte für
den Rest des Spiels aus dem Schwimmbad verbannt werden. Betreuer dürfen
nur auf der Reservebank sitzen und nicht coachen. |
|
|
|
| Ein
wenig Bürokratie |
Zu
einem richtigen Wasserballspiel gehört neben Toren, Ball und Becken auch
eine Zeitmessanlage. Zwei oder vier große Uhren am Beckenrand zeigen
den Spielern an, wie viele Sekunden sie noch haben um aufs Tor zu werfen, denn
sie haben dazu ja nur 30 Sekunden Zeit.
Eine weitere Anzeigetafel zeigt
die sekundengenaue Spielzeit und den Spielstand an.
Außerdem sitzen am
Beckenrand noch Helfer, die auf einem Protokoll genau aufschreiben, wie
das Spiel verläuft: Wer hat wann das wievielte Tor geschossen? Wer ist wann
und wie oft rausgeflogen ist? Wie steht es eigentlich?
Neben den Protokollführern
sitzen Zeitnehmer, die die genaue Spielzeit, die Ausschlusszeiten (20 Sekunden
und vier Minuten) und die 30-Sekunden-Regel stoppen.
Für diese Feinheiten
(Spielfeld, Protokoll usw.) ist immer der im Spielplan erstgenannte Verein, der
Heimverein, zuständig. Der Gastverein darf, wenn er denn möchte, eine
Position am Protokolltisch besetzen. |
|
|