Countdown zum Cup
Auf dem Weg zur ganz großen Show
Noch eine Woche:
Es ist Mitte August. Die Sonne glüht. Das ist fein, denn in diesem Jahr findet der Kiwi-Cup zum ersten Mal im August statt und die Rechnung, besseres Wetter und wärmeres Wasser zu haben, scheint aufzugehen. Es soll wieder einmal ein großes Ereignis werden. 30 Mannschaften haben sich angemeldet und langsam wächst die Aufregung. In der Zwischenzeit gewinnen die deutschen Wasserballer in Athen ihr erstes Spiel gegen Griechenland nach hartem Kampf mit 5:4. Die erste Mannschaft vom HTB62 erreicht im Hamburger Pokal das Viertelfinale.
Noch eine halbe Woche:
Einige Absagen trudeln ein, der Spielplan steht grundsätzlich in Frage. Die Einkaufslisten werden immer länger. Die Angebote werden gehortet. Das Wichtigste kommt auf rote Zettel und wird beim Einkauf schließlich vergessen. Das Fernsehen schwafelt etwas von Unwetterwarnung. Telefone mit Verabredungen laufen heiß. Klarer Arbeitssieg in Athen für die Deutschen Wasserballer mit 13:3 über Ägypten.Die erste Mannschaft vom HTB62 erreicht im Hamburger Pokal das Halbfinale.
Noch einen Tag:
Treffpunkt im Kiwittsmoor. Es ist bedeckt - das Wetter, nicht die Stimmung, denn genau dieses Wetter ist man vom Kiwi-Cup gewohnt. Die Zelte und die Spielfelder werden aufgebaut. Immerhin: Das Wasser ist piwarm. Die ersten Gastmannschaften belagern die obere Wiese. Letzte hektische Einkäufe füllen die Lücken, die durch die roten Zettel entstanden. Langes Grillen und Feiern auf halber Strecke vor dem großen Knall. Deutschland verliert in Athen wie erwartet gegen die Profis aus Italien mit 10:5. Die erste Mannschaft hat vom Verband eine Woche Schonzeit bekommen - wegen des Kiwi-Cups.
Es geht los:
Früh aufstehen, große Begrüßung, großes Aufbauen. Das Freibad verwandelt sich in eine Mischung aus Zeltlager, Gourmettempel und Woodstock. Wortfetzen wie: "Protokoll...? Fladenbrote...? Bänke...? Kaffeemaschinen...? Wurstanfasser...? Sat-Anlage...?" wabern durch das Chaos. Beim Kuchenbuffet kommt man auf die geniale und wirksame Idee, Räucherstäbchen gegen die Wespenattacken einzusetzen. Das ganze Bad riecht nach brennendem Cannabisfeld. Dann gießt es kurzfristig in Strömen und hört gleich danach wieder auf. Natürlich ist jetzt alles nass. Trotzdem geht´s irgendwie mit den Spielen los. Irgendwie.
Kinder wuseln zwischen behaarten Männerbeinen hin und her. Ein Spiel jagt das nächste. Kaum einer wird so richtig trocken an diesem Nachmittag und jeder kommt zum Zug. Irgendwie.
Währenddesses wackelt die Schutzhütte mit der Live-Übertragung aus Athen. Die Deutschen Wasserballer gewinnen sensationell gegen die starken Spanier mit unglaublichen 11:5. Irgendwie.
Der Abend:
250 Wasserballer von 7 bis 70 Jahren sind satt und glücklich. Das Lagerfeuer prasselt, Micha macht feine Musik und die Jugend macht im Gatter ihr Strandfußballturnier. Die Nacht wird lustig. Und so mancher freut sich, dass er mit den anderen zusammen Wasserball spielt und nicht in einem Chor singt.
Es geht weiter:
Das Frühstück ist schon fertig und Tim versucht mit seinem Horrormix die biwakierenden Gäste zu wecken. Ein Spruch jagt den nächsten. Kommt man nicht aus den Federn, riskiert man per Lautsprecheranlage eine personliche Einladung zu bekommen.
Um halb neun sind die Ersten im Wasser. Respekt. Auftritt der Polizei: Da ist wohl ein Nachbar aus dem Bett gefallen. Kurz danach der erste und für heute auch letzte Regenguss. Wieder ist alles nass. Immerhin scheint jetzt die Sonne.
Wieder jagt ein Spiel da nächste. In all dem Chaos kippt der große Topf mit der Erbsensuppe um und das ganze Bad riecht nach Möbel-Kraft in Segeberg.
Das erste Ende:
Die dänische Mannschaft aus Ringe war stark und es machte Spaß gegen die Herren zu spielen. Später stellte sich heraus, dass mehrere Nationalspieler sich ein lauschiges Wochenende im Kiwi machten - oder auf dänisch, eine "Hyggetur". Die C-Jugend ging an die Stammkunden aus Brandenburg, die damit den Wanderpokal zurückholten und sich sogleich für das nächste Jahr anmeldeten. Die D-Jugend hatte die besten Namen: Spandau 04, eine Art Bayern München des Wasserballsports, gewann überlegen vor Neukölln - auch Bundesliganachwuchs. Bei den Kleinsten kamen die Kraken aus Alton groß raus. Der HTB62 landete zwischen Platz 2 und 6, je nach Team und Gewichtsklasse. Man muss ja auch nicht jedes Jahr sein eigenes Turnier gewinnen... Mit dem Tschüß von Heidi Kabel fahren die Gäste nach eigenen Angaben zufrieden nach Hause. Ein schönes Lob. Freut uns.
Das letzte Ende:
Das Aufräumen ist zu Ende. Die Spätnachmittagssonne wärmt den Buckel. Die letzten Steaks und Knacker brutzeln auf dem Grill.
Man freut sich auf sein eigenes Bett, sein Klo und seine Ruhe.
Mit einem Gefühl der Genugtuung fahren etwa 100 Wasserballer nach Hause und klopfen sich innerlich doch ein kleines bisschen auf die Schulter, gerade das wohl größte (!?) Wasserballturnier Norddeutschland eigentlich doch ganz gut gewuppt zu haben.
Zum Bildbericht:
Zu den Ergebnissen: