Kiwi-Cup mit Rekordbeteiligung
Ein Bericht aus dem Langenhorner Wochenblatt von Thomas Maibom
30 Teams hatten zur achten Auflage des Kiwi-Cups gemeldet. Nie war der Andrang beim Wasserballturnier im Kiwittsmoor-Bad größer. Und, allerdings nicht ganz freiwillig, gab es einen neuen Kiwi-Cup-Gewinner: Die Wasserfreunde Brandenburg.
Doch der sportliche Aspekt steht nicht allein im Mittelpunkt der Veranstaltung. Rund um das Wasserballturnier fand ein Ereignis statt, das "einem Mittelding zwischen Zeltlager, Gourmet-Tempel und Woodstock nahekommt" wie es schön formuliert auf der Homepage der HTB62-Wasserballer steht. Die sportliche Seite: Vier Wasserballturniere für Erwachsenenmannschaften, C-, D- und E-Jugend-Teams. Das Turnier der C-Jugend ist der Wettkampf um den eigentlichen Kiwi-Cup. Doch Siegerpokale gab es natürlich auch bei den anderen Turnieren.
Das Rundherum: Vollverpflegung für die Teilnehmer und Begleiter, Livemusik am Abend, Beachsoccer-Turnier, ein Zeltwochenende im Kiwi und natürlich feiern gehören zum Kiwi-Cup wie das Salz in der Suppe.
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Zeichen dabei setzten die Dänen vom Ringe Svømmeklub. Vor langen Jahren hatten die Männer zusammen Wasserball gespielt, nun hat es sie über ganz Dänemark verstreut. Eine Telefonkette brachte das Team für den Kiwi-Cup wieder zusammen. "Erst haben sie bei uns gefeiert, dann sind sie über den Kiez gezogen und am Sonntagmorgen waren sie pünktlich um 8.30 Uhr zum ersten Spiel im Wasser - Respekt!", meinte Organisator Philipp Kopf. Außerdem gewannen sie das Turnier. Sie hatten, das haben sie aber erst nach der Veranstaltung erzählt, eine Handvoll dänischer Nationalspieler in ihren Reihen.
Die Kiwi-Cup-Sieger Wasserfreunde Brandenburg waren in allen vier Konkurrenzen angetreten. Mit gleich 65 Aktiven, Eltern, Betreuern, Trainern und Fans waren die Ostdeutschen zum Kiwi-Cup angereist. Nie hatte ein Gastverein ein größeres Team beim Kiwi-Cup. Vielleicht eine Hommage an die alte Vereinsfreundschaft zwischen den Brandenburgern und dem HTB62. Bis 1961 herrschte ein intensiver Kontakt zwischen beiden Vereinen. Dann, als sich die Brandenburger schon auf die 100-Jahr-Feier des HTB62 freuten, kam der Mauerbau dazwischen. Der Kiwi-Cup könnte zu einem Neubeginn der alten Freundschaft werden.
Spandau 04 Berlin war nur mit einer D-Jugend erschienen. Ungewöhnlich beim Kiwi-Cup. "Die Herren aus Spandau waren aus einem verständlichen Grund verhindert. Sie stellen den Kern der deutschen Nationalmannschaft, die in Athen bei den olympischen Spielen startet", erklärt Philipp Kopf. Doch auch der Nachwuchs war nicht ohne. Mit 92:8 Toren in sechs Spielen gewannen die Berliner das D-Jugendturnier.
Aus einem ähnlichen Grund konnten die Duisburger Wasserballer den Kiwi-Cup nicht verteidigen. Sie mussten bei den Deutschen Meisterschaften im Wasserball starten. Eine Terminüberschneidung, die durch die Verlegung des Kiwi-Cups auf die Zeit nach den Sommerferien entstand.
"Wir wollten besseres Wetter und wärmere Wassertemperaturen für die Teilnehmer haben", erklärt Philipp Kopf. Das mit den Wassertemperaturen hat immerhin geklappt. Das Wetter blieb dem Kiwi-Cup treu wie in den vergangenen Jahren: Regen und Wolken am ersten Tag, Sonnenschein am zweiten.
Bleibt noch nachzutregen, dass die ATSV Kraken das E-Jugendturnier gewannen und das Team "Aurich" den Beachsoccer-Cup holte. Außerdem war erstmals die Polizei vor Ort. Denn erstmals stellte die Musikanlage des HTB62 nicht ihren Dienst während des Turniers ein, was am Sonntagmorgen den Anwohnern nicht positiv auffiel. Und es wird natürlich im nächsten Jahr eine Neuauflage geben. "Die ersten Gedankenspiele für den zehnten Kiwi-Cup laufen sogar schon", verrät Philipp Kopf. Doch vorher wird es die neunte Auflage im nächsten Jahr geben - dann erstmals mit durchgehend gutem Wetter?

erschienen am 25. August 2004